Das Buch Fließend erzählt die Geschichte eines Films aus der Strömungsforschung vom frühen 20. Jahrhundert bis heute. Es ist eine Geschichte der Begehrlichkeiten in Wissenschaft, Technologie und Kunst.
Die Webseite ist eine experimentelle digitale Erweiterung des Buches, die den Medienspezifika von Film besser gerecht wird als die Einzelbilder auf Papier. Im Sinne der Visual Science and Technology Studies argumentieren die zwei Interfaces auf der Webseite visuell.
Das Interface Versioning bietet einen Vergleich der verschiedenen Versionen, in denen der Film im Laufe seiner 100-jährigen Geschichte zirkuliert ist: vom Rohschnitt bis zur digitalen Re-Analyse.
Das Interface Close-Up verbindet eine frühe Referenzversion des Films, die zirca 1930 erstellt wurde, mit Archivmaterialien und Zitaten aus dem Buch. Diese Annotation ermöglicht ein historisch erweitertes Schauen des Films.
Mario Schulze / Sarine Waltenspül
Fließend — Geschichte, Ästhetik und Politik des
wissenschaftlichen Films
Konstanz University Press, 2026
Auch als Open-Access-Version erhältlich.
Die interaktive Übersicht ermöglicht einen Vergleich der historischen Versionen des Strömungsfilms Entstehung von Wirbeln bei in Wasser bewegten Körpern, sowie einer Auswahl späterer Re-Uses des Filmmaterials. In dieser visuellen Genealogie der Schnittfassungen lässt sich die unterschiedliche Verwendung einzelner Strömungsaufnahmen über die Zeit nachvollziehen.
Die interaktiven Zeitleisten zeigen in schematischer Darstellung die Abfolge der einzelnen Aufnahmen. Zur besseren Vergleichbarkeit sind die Längen der Szenen vereinheitlicht. Bei Auswahl einer Szene wird die Verwendung der gleichen Aufnahme in anderen Filmen hervorgehoben.
Die Anwendung ist nicht für mobile Geräte optimiert.
Für ein besseres Erlebnis an einem größeren Bildschirm betrachten.
Der Strömungsfilm Entstehung von Wirbeln bei in Wasser bewegten Körpern wurde in den 1920er Jahren von Ludwig Prandtl und seinem Assistenten Oskar Tietjens in Göttingen produziert. Er lieferte eine visuelle Begründung für die Grenzschichttheorie, arbeitete der Gleichschaltung im Nationalsozialismus zu und faszinierte die Military-Industrial Avantgarde. Er wechselte seine epistemischen Funktionen und Medienformate ebenso wie er Institutionen, nationale Grenzen und politische Systeme überwand. Das Wissen des Films trug dazu bei, die Tiefen der Meere zu erforschen und die Höhen der Lüfte bis ins Weltall zu erobern. Ein Wissen, das in Zeiten globaler Aufrüstung nichts von seiner fatalen Wirkmacht eingebüßt hat.
Das Interface Close-Up verbindet eine frühe Referenzversion des Films, die zirca 1930 erstellt wurde, mit Archivmaterialien und Zitaten aus dem Buch. Diese Annotation ermöglicht ein historisch erweitertes Schauen des Films.
Close-Up ist in Kürze hier verfügbar.